Kriminalkommissar
Gereon
Rath
Gereon Rath

Kriminalkommissar. Geboren am 5. März 1899 in Köln. Besucht die Katholische Volksschule Agrippastraße, dann das Apostelgymnasium (eigentlich: „Königlich Katholisches Gymnasium an der Apostelkirche“). Im Jahr 1908 zieht  die Familie Rath vom Waidmarkt in der Kölner Altstadt in einen großzügigen Neubau nach Klettenberg. Sein Bruder Anno fällt 1916 an der Westfront. Gereon wird erst 1918 zum Militär eingezogen und absolviert die Grundausbildung in Porz bei Köln. Er wird an die Etappe versetzt und sieht dem Fronteinsatz bereits in fester Erwartung des eigenen Todes entgegen, da ist der Krieg plötzlich vorbei. Nach einem abgebrochenen Jurastudium tritt der jüngste Rath-Sohn 1922 in die Fußstapfen seines Vaters und des gefallenen Bruders Anno und geht zur Kriminalpolizei. 1924 besteht er die Prüfung und wird Kriminalkommissar im Kölner Polizeipräsidium in der Krebsgasse, entwickelt sich dort schnell zu einem erfolgreichen Mordermittler. Er verlobt sich mit der Tochter einer angesehenen Kölner Familie und scheint seinen Platz im Leben gefunden zu haben, bis ein tödlicher Schuss aus seiner Dienstwaffe und eine daraus resultierende Pressekampagne  alles zerstört. Auf Vermittlung seines einflussreichen Vaters wechselt Gereon Rath im März 1929 in die Reichshauptstadt, zur dortigen Kriminalpolizei. Es fällt dem Kölner schwer, sich in Berlin einzuleben, aber nach und nach gewöhnt er sich so sehr an die Stadt, dass er gar nicht mehr weg möchte. Vor allem kann er ganz gut damit leben, seinen Vater nun nicht mehr allzu oft zu sehen.

 
Charlotte Ritter

Von Freunden und Kollegen „Charly“ genannt. Juristin. Geboren am 23. Oktober 1907 in Berlin-Moabit. Besuchte die 206. Gemeindeschule in Moabit, ab 1917 das X. Städtische Lyzeum (später Kleist-Lyzeum). Nach dem Abitur beginnt sie 1927 ein Jurastudium an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. Lebt mit ihrer Freundin Greta Overbeck in einer Wohnung in der Spenerstraße in Moabit, was einige Nachbarn misstrauisch beobachten. Um ihr Studium zu finanzieren arbeitete Charly zeitweise als Stenotypistin in der Inspektion A, wird dort auch bei Ermittlungen eingesetzt. In der Mordinspektion lernt sie auch Gereon Rath kennen, zu dem sie sich sofort hingezogen fühlt — bis sie die weniger angenehmen Seiten seines Charakters kennenlernt. Seit es die ersten Frauen bei der Berliner Kriminalpolizei gibt, ist es ihr Berufswunsch, einmal als Kriminalbeamtin zu arbeiten. Zunächst aber muss sie ihren juristischen Vorbereitungsdienst im Amtsgericht Lichtenberg absolvieren.

 
Wilhelm Böhm

Oberkommissar. Spitzname: „Bulldogge.“ Geboren am 7. Dezember 1884 in Pankow. Böhm kam im Jahr 1909 zur Kriminalpolizei, wurde kurz vor Kriegsausbruch Kommissar und zehn Jahre später Oberkommissar. Seit Gründung der Zentralen Mordinspektion im Jahre 1925 arbeitet er dort und ist einer der wichtigsten Mitarbeiter Ernst Gennats. Böhm pflegt einen sehr bärbeißigen Stil, nicht nur im Umgang mit Verdächtigen und Zeugen, sondern auch mit Kollegen und Untergebenen. Diese Art macht ihn im Kollegenkreis — und vor allen Dingen bei Gereon Rath — nicht gerade beliebt; im Grunde aber ist Böhm kein schlechter Kerl.

 
Reinhold Gräf

Geboren am 19. Januar 1906 in Treptow. Nach seiner Schullaufbahn geht Gräf zur Polizeischule in Eiche bei Potsdam, arbeitet seit März 1927 als Kriminalassistent bei der Kriminalpolizei, zunächst im Polizeiamt Kreuzberg, seit Juni 1928 in der Inspektion A am Alexanderplatz. Im Juni 1929 Beförderung zum Kriminalsekretär, eine Beförderung, die er einem Einsatz mit Gereon Rath verdankt. Für Rath ist Gräf so etwas wie ein Freund, jedenfalls der einzige Kollege, mit dem er ab und zu ein Bier trinken geht — und das dann meist bei Schorsch im Nassen Dreieck in der Skalitzer Straße. Reinhold Gräf lebt in der Nähe des Schlesischen Tores, zieht aber später in die alte Kreuzberger Wohnung von Gereon Rath.

 
Johann Marlow

Geschäftsmann. Hinter seinem Rücken auch respektvoll „Doktor Mabuse“ oder einfach nur „Doktor M.“ genannt. Geboren am 17. August 1893 in Stettin. Marlow musste wegen des Krieges sein gerade begonnenes Medizinstudium abbrechen, und war dann an der Ostfront als Sanitäter im Einsatz. Nach dem Krieg arbeitete Marlow als illegaler Arzt, baute dann zusammen mit seinem Weltkriegskameraden Hugo Lenz und dessen Ringverein Berolina sein Imperium auf, das von illegalen Geschäften aller Art lebt, in der Hauptsache Rauschgift, illegale Nachtlokale und Spielhöllen. Auf Marlows Lohnliste stehen einige Beamte des Berliner Polizeipräsidiums. Gereon Rath gehört nicht dazu, dennoch hat Marlow ein besonderes Verhältnis zu dem Mordermittler.

 
Liang Kuen-Yao

Johann Marlows Leibwächter und ständiger Begleiter. Wortkarg, undurchschaubar und hochintelligent. Geboren 1907 in Tsingtau/Kiautschou als Sohn einer chinesischen Mutter und eines deutschen Vaters, der als Matrose eines deutschen Handelsschiffes längst wieder auf hoher See ist, als sein Sohn geboren wird. Auf der Suche nach Kuen-Yaos Vater gelangt die von ihrer Familie verstoßene Mutter nach Deutschland. Den Vater ihres Kindes findet sie dort nicht, verliebt sich aber, bereits todkrank, in Johann Marlow, dem sie auf dem Sterbebett das Versprechen abringt, sich um ihren halbwüchsigen Sohn zu kümmern. So wird Marlow zu einer Art Ersatzvater für Liang. Niemand in der Unterwelt weiß von der engen privaten Bindung der beiden.

 
Ernst Gennat

Kriminalrat. Spitzname „Buddha“ oder „der volle Ernst“. Geboren am 1. Januar 1880 in Plötzensee. Als Sohn des Oberinspektors der Strafanstalt Plötzensee wuchs Gennat in der Dienstwohnung auf dem Gefängnisgelände auf. Nach der Volksschule besuchte Gennat das Königliche Luisengymnasium in Moabit. Danach Militärzeit. 1904 nach acht Semestern an der Königlichen Friedrich-Wilhelms-Universität Abbruch des Jurastudiums und Eintritt in die Kriminalpolizei. 1905 besteht Gennat die Prüfung zum Kommissar und wird Kriminalkommissar in der Berliner Polizei. 1925 Aufbau der Zentralen Mordinspektion in der Inspektion A, deren Leitung er übernimmt, und Beförderung zum Kriminalrat. Schon zu Lebzeiten ist Gennat eine Legende. Die Presse berichtet über ihn und seine Mitarbeiter wie über Filmstars. Um die modernen Ermittlungsmethoden der Berliner Kriminalpolizei kennenzulernen, die Gennat eingeführt hat und stetig verbessert, pilgern viele ausländische Polizisten zum Alex, aber auch Prominente wie Edgar Wallace oder Charlie Chaplin.

 
Engelbert Rath

Kriminaldirektor im Polizeipräsidium Köln. Geboren am 21. August 1871 in Köln. Der Vater von Gereon Rath ist Mitglied des Zentrums, Duzfreund von Oberbürgermeister Konrad Adenauer, Katholik und Rheinpreuße durch und durch, ein Meister des kölschen Klüngels. Und genau das sind auch die Dinge, die sein Sohn Gereon an ihm hasst. Sein Ältester, Lieblingssohn Anno, das unerreichbare Vorbild für Gereon, fiel im Weltkrieg, der Zweitälteste, Severin, ging 1914, kurz vor Ausbruch des Krieges, in die USA und wird seitdem von Engelbert Rath als Fahnenflüchtiger betrachtet. Über Severin redet man im Hause Rath nicht.

 
Paul Wittkamp

Weinhändler und Gereon Raths bester, wenn nicht einziger Freund. Geboren am 7. November 1898 in Ahrweiler, Rheinprovinz. Kommt mit seinen Eltern, die ein Haus in Klettenberg erworben haben, 1907 nach Köln, wo er ein Jahr später Gereon Rath kennenlernt. Steigt nach einer kaufmännischen Ausbildung in die elterliche Weinhandlung ein, die er nach dem Tod seines Vaters 1927 übernimmt. Nachdem Gereon 1928 nach der Agnesviertel-Schießerei ins Visier der Presse gerät, ist Paul der einzige, der seinem Freund die Treue hält, auch nach Gereons Flucht nach Berlin.

 
Erika Voss

Sekretärin. Geboren 1908 im Wedding. Bekam nach dem Besuch der Volksschule durch Vermittlung ihrer Schwester Franziska, die in der Personalabteilung des Polizeipräsidiums arbeitet, gleich eine Stelle als Sekretärin in der Inspektion A. Erika Voss wird Gereon Rath als Sekretärin zugewiesen, als der seinen Posten in der Mordinspektion antritt. Die Blondine führt gern private Telefonate während der Arbeitszeit oder hört fremde Gespräche mit, was ihrer deutlich ausgeprägten Neugier zuzuschreiben ist. Nach und nach lernt Rath aber die Verlässlichkeit und Loyalität der Voss zu schätzen. Erika Voss ist gut vernetzt im Polizeipräsidium, nicht nur dank ihrer Schwester und deren Kontakte, sondern auch, weil sie regelmäßig mit ein paar Kolleginnen aus anderen Abteilungen in der Kantine isst und dort die neuesten Gerüchte erfährt.

 
Magnus Schwartz

Gerichtsmediziner. Geboren 1878 in Berlin. Entstammt einer liberalen jüdischen Familie mit einer langen Medizinertradition. Das Medizinstudium an der Friedrich-Wilhelms-Universität ab 1898 war also vorbestimmt. Promotion 1904. Weltkriegsteilnehmer als Leiter eines Feldlazaretts. Seit 1920 Gerichtsmediziner und Privatdozent für Pathologische Anatomie an der medizinischen Fakultät. Seine Arbeitsplätze sind die Seziersäle im Leichenschauhaus an der Hannoverschen Straße und das Pathologische Institut an der Charité. Doktor Schwartz nimmt seinen Beruf ernst, neigt jedoch dazu, mit Frischlingen, seien es nun Studenten oder Polizisten, makabre Scherze zu treiben. Was er überhaupt nicht mag, sind besserwisserische Kriminalbeamte und vorlaute Studenten.

 
Gero Karthaus

Gerichtsmediziner. Geboren 1892 in Helmstedt. Sein Medizinstudium, das er an der Friedrich-Wilhelm-Universität in Berlin begonnen hatte, musste er wegen des Weltkrieges unterbrechen, an dem er als Sanitäter teilnahm. Nach dem Krieg war er zunächst Mitglied eines Freicorps, bevor er sein Studium fortsetzte und 1923 mit Promotion abschloss. Karthaus ist Kettenraucher und leidenschaftlicher Autofahrer. Er hasst Unpünktlichkeit und dienstvergessene Kriminalbeamte.

 
Andreas Lange

Kriminalassistent. Geboren am 11. Mai 1906 in Linden bei Hannover. Beginnt seine Laufbahn im Juni 1928 in der Kriminalpolizei Hannover.
Im Februar 1930 wechselt Lange nach Berlin und bekommt einen der begehrten Posten in Gennats Mordinspektion. Er ist schüchtern und wird schnell rot, arbeitet jedoch gewissenhaft und hartnäckig. Gennat verspricht sich noch viel von dem jungen Mann und hat ihn unauffällig unter seine Fittiche genommen. Lange ist Junggeselle und lebt in einem möblierten Zimmer in der Danziger Straße.

 
Paul Czerwinski

Spitzname „Plum“. Kriminalsekretär. Geboren 1894 in Danzig. Nach dem Krieg Eintritt in die preußische Polizei. Im Laufe seiner Dienstjahre ist Czerwinski jeglicher Ehrgeiz abhanden gekommen. Bis auf die eine Beförderung zum Kriminalsekretär im Jahr 1925 hat er nichts vorzuweisen. Freundet sich schnell mit dem hageren Kriminalassistenten Henning an, als der 1928 seinen Dienst am Alex antritt.

 
Alfons Henning

Spitzname „Plisch“. Kriminalassistent. Geboren 1907 in Wartenburg, Ostpreußen. Kommt von der Polizeischule Eiche bei Potsdam im Sommer 1928 direkt zur Inspektion A im Berliner Polizeipräsidium, freundet sich dort mit Kriminalsekretär Paul Czerwinski an. Henning ist noch ein wenig ehrgeiziger als sein dicker Kumpel und väterlicher Freund, doch färbt dessen Arbeitsmoral langsam auch auf den Jüngeren ab.

 
Bruno Wolter

Geboren 1887. Oberkommissar bei der Inspektion E, der Sittenpolizei. Spitzname: Onkel. Raths erster Chef in Berlin und so etwas wie ein väterlicher Freund — bis Gereon Rath das Sittendezernat verlässt und zu Ernst Gennat in die Inspektion A wechselt. Wolter nimmt es nicht immer ganz so genau mit den Dienstvorschriften, eine Eigenart, die Rath zunächst befremdet — bis er ebenfalls Geschmack daran findet. Vor allem zeigt Wolter ihm, wie man erfolgreich Spitzel rekrutiert.

 
Greta Overbeck

Germanistikstudentin. Geboren 1907 in Hamburg als Tochter eines deutschen Ingenieurs und einer schwedischen Schauspielerin. Nach dem Krieg zieht die Familie Overbeck nach Berlin, und Greta besucht das Kleist-Lyzeum in Moabit, wo sie Charlotte Ritter kennenlernt und sich mit ihr anfreundet. Als ihre Eltern Berlin wieder verlassen, bleibt Greta, die mittlerweile an der Friedrich-Wilhelms-Unsiversität ein Studium aufgenommen hat, und bezieht eine Wohnung in der Spenerstraße, in die dann auch Charly einzieht. Der Vermieter toleriert die ungewöhnliche Zweckgemeinschaft; die Nachbarn im Haus sehen das teilweise anders, vor allem, wenn die Damenwohngemeinschaft Herrenbesuch erhält.

 
Elisabeth Behnke

Witwe. Geboren 1891 in Wilmersdorf. Heiratet 1912 den vier Jahre älteren Helmut Behnke, der aber schon zwei Jahre später in den Krieg ziehen muss und im Mai 1917 an der Westfront fällt. Seine in Berlin zurückgebliebene kinderlose Witwe versucht, von dem ererbten Vermögen zu leben, das jedoch in der Inflation 1923 zu einem Nichts zusammenschmilzt, so dass sie gezwungen ist, die Dienstboten zu entlassen und die geräumige großbürgerliche Wohnung in der Nürnberger Straße umzubauen und unterzuvermieten. Elisabeth Behnke wird Raths erste Zimmerwirtin in Berlin — und dummerweise noch ein bisschen mehr als das.

 
Berthold Weinert

Journalist. Geboren am 28. Juni 1901 in Breslau. Arbeitet von 1927 bis 1930 als Redakteur für das Berliner Tageblatt, verliert in der beginnenden Wirtschaftskrise aber seine Festanstellung und arbeitet als freier Mitarbeiter für seine alte Zeitung und andere Auftraggeber. Freund und Informant von Gereon Rath. Wohnt in der Nürnberger Straße, Raths erster Adresse in Berlin. Dort, als gemeinsame Untermieter ihrer Zimmerwirtin Elisabeth Behnke, haben sie sich auch kennengelernt. Später muss Weinert aus finanziellen Gründen in eine Dachgeschosswohnung in die Schumannstraße ziehen. Versucht sich auch, mit mäßigem Erfolg, als Drehbuch-, Sachbuch- und Romanautor.

 
Stephan Jänicke

Kriminalassistent. Geboren 1908 in Allenstein, Ostpreußen. Nach der Polizeischule in Eiche wird er im Frühjahr 1929 Kriminalassistent und bekommt eine Stelle am Alex, in der Inspektion E, der Sittenpolizei. Dort ist er Gereon Raths Kollege bis zu dessen Wechsel in die Inspektion A. Auch an höherer Stelle ist man auf den wortkargen, aber ehrgeizigen Ostpreußen aufmerksam geworden und möchte ihn für besondere Aufgaben einsetzen.

 
Manfred Oppenberg

Filmproduzent. Geboren 1877 in Charlottenburg. Den Sohn eines jüdischen Kaufmanns hat es schon früh zu Theater und Varieté hingezogen. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und ein paar Jahren in der Firma seines Vaters pachtete Oppenberg 1903 ein Varietétheater, in dem er bald auch Filme zeigte. Fasziniert von dem neuen Medium, begann er mit einigen Künstlern aus seiner Truppe, selbst Filme zu drehen. Manfred Oppenberg ist Filmproduzent aus Leidenschaft — und mit einer Neigung zu einem ausschweifenden Nachtleben, illegalen Drogen und jüngeren Frauen, bevorzugt Filmschauspielerinnen.

 
Vivian Franck

Filmschauspielerin. Geboren 1909 in Breslau als Riwka Franck. Wächst in einer streng orthodoxen jüdischen Familie auf, von der sie sich aber schon früh lossagt. Zusammen mit einem befreundeten Schauspieler flieht sie aus der Enge ihres Elternhauses in das freizügige Berlin, wo sie versucht, am Theater Fuß zu fassen und schnell reiche Gönner und Bewunderer findet. Einer davon ist Manfred Oppenberg, der der gut aussehenden Riwka den Künstlernamen Vivian verpasst und sie zum Film bringt — mit großem Erfolg. Die lebenslustige Schauspielerin versucht eines Abends auch, Gereon Rath zu verführen, was ihr jedoch misslingt.

 
Franz Krajewski

Kokainhändler, Kaiserdouble und Pornodarsteller. Geboren 1901 in Rixdorf. Seine Ähnlichkeit mit dem abgedankten Kaiser Wilhelm II. (in dessen jungen Jahren) bringt dem sonst eher erfolglosen Kleinganoven Krajewski einen einträglichen Job als Pornodarsteller ein — den er allerdings bald mit dem eines Polizeispitzels tauschen muss. Krajewski wird von Raths erstem Berliner Chef Bruno Wolter für die Sittenpolizei rekrutiert, doch setzt Rath ihn bald auch für andere Zwecke ein.

 
Wolfgang Marquard

Cineast und Filmmagnat. Geboren 1903 in der Gemeinde Wannsee. Marquards unbeschwerte Kindheit findet ein abruptes Ende, als der Junge vierzehnjährig an Diabetes erkrankt und beinah daran stirbt. Erst die neu entdeckte Insulintherapie rettet sein Leben. Nach dem frühen Tod des Vaters nutzt er sein ererbtes Vermögen, um der Leidenschaft nachzugehen, die ihn in den schweren Krankheitsjahren am Leben gehalten hat: dem Film. Wolfgang Marquard baut einen Filmverleih auf und ein Kopierwerk und erwirbt auch einige Lichtspielhäuser in Berlin. Dem aufkommenden Tonfilm allerdings steht er ablehnend gegenüber.

 
Abraham Goldstein

Spitzname „Handsome Abe". Geboren 1902 in Williamsburg, einem Stadtteil von Brooklyn, NY, aufgewachsen in einem armen jüdisch-orthodoxen Elternhaus. Nach dem Tod seiner Mutter entzieht sich Abe Goldstein der Aufsicht seines streng religiösen Vaters und schließt sich einer Street Gang an, erledigt kleinere Aufträge für den jüdischen Gangster Moses „Fat Moe" Berkowicz, der ihn schließlich zu seinem Killer macht. Als Todesengel von Fat Moe erarbeitet sich Goldstein Respekt in der New Yorker Unterwelt, bis er in einem sich anbahnenden Gangsterkrieg schließlich selbst auf Moes Abschussliste gerät und New York verlassen muss. Auch aus diesem Grund besucht Abe Goldstein im Sommer 1931 Berlin, die Stadt, in der ein Großteil seiner Verwandtschaft lebt.

 
Alexandra Reinhold

Von allen nur „Alex“ genannt. Obdachlose Gelegenheitsdiebin. Geboren am 6. April 1913 in Berlin-Friedrichshain. Bekommt nach der Volksschule eine Stelle bei der Feinkostabteilung des Kaufhauses Wertheim am Leipziger Platz. Als sie diese Stelle wegen Einsparmaßnahmen kurz vor dem Weihnachtsfest 1930 verliert und ihr Vater sie vor die Tür setzt, weil sie in ihrer Not gestohlen hat, landet sie auf der Straße. Sie lernt Benny kennen, der zwar jünger ist als sie, aber weiß, wie man auf der Straße überlebt, wo man Obdach findet und wie man an Essen kommt, an Zigaretten und andere überlebenswichtige Dinge. Nach einer Serie von Kaufhauseinbrüchen bekommt Alex im Sommer 1931 große Probleme.

 
Sebastian Tornow

Kommissaranwärter. Geboren 1905 in Teltow, Brandenburg. Nach einem tragischen Zwischenfall in seiner Familie geht er 1924 zur Polizeischule in Eiche bei Potsdam und fängt bei der preußischen Schutzpolizei an. Versieht seinen Dienst in Schöneberg und arbeitet sich dort in wenigen Jahren bis zum Polizeileutnant hoch. Schließlich bewirbt er sich bei der Kriminalpolizei und wird im Sommer 1931 Kommissaranwärter am Alexanderplatz. Tornow arbeitet zunächst bei der Fahndung, wird dann aber auch in der Inspektion A eingesetzt und arbeitet eng mit Gereon Rath zusammen.

 
Bayume Mohamed Husen

Kellner, Kisuaheli-Sprachlehrer und Schauspieler. Geboren am 22. Februar 1904 als Mahjub bin Adam Mohamed in Daressalam, Deutsch-Ostafrika, als Sohn eines afrikanischen Offiziers der Kaiserlichen Schutztruppe. Nimmt als Kindersoldat am Weltkrieg in Ostafrika teil und wird 1917 verwundet. 1929 kommt er nach Deutschland, um den noch ausstehenden Sold für sich und seinen Vater einzufordern. Arbeitet als Kellner im Haus Vaterland, wo er auch Charlotte Ritter kennenlernt.

 
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