Kriminalkommissar
Gereon
Rath
Karin van Almsick

Kommissaranwärterin. 1906 in Wilmersdorf geboren. Nach einigen Berufsjahren in der Berliner Jugendfürsorge bewirbt sie sich 1931 als Kommissaranwärterin bei der Weiblichen Kriminalpolizei. Im Juli 1932 tritt die Tee- und Topfpflanzenliebhaberin Karin van Almsick ihren Dienst am Alex an und teilt sich fortan ein Büro mit Charly Ritter.

 
Anton Kowalski

Kriminalassistent bei der Kriminalpolizei Königsberg, Ostpreußen. Geboren 1909 in Markowsken, Kreis Oletzko. Sein Vater fällt in den ersten Tagen des Weltkrieges, seine Mutter heiratet kurz nach Kriegsende noch einmal und wandert nach Amerika aus. Kowalski bleibt in Ostpreußen und lebt bei seinem Onkel, einem Schuhmachermeister, in Marggrabowa. Nach der Realschule besucht er die Polizeischule in Sensburg und geht dann nach Königsberg zur Kriminalpolizei.

 
Erich Grigat

Polizeimeister und damit höchstrangiger Beamter der kommunalen Polizei in Treuburg, Ostpreußen. Geboren 1892 in Elbing, Westpreußen. Arbeitet nach seiner Schulzeit zunächst in der elterlichen Schlachterei, bevor er 1914 zu den Waffen gerufen wird. Kämpft nach dem Krieg zunächst noch im Baltikum als Angehöriger eines Freicorps gegen sowjetrussische Truppen, bevor er sich bei der Königsberger Polizei bewirbt, wo er sich, dank seiner guten Kontakte aus Freicorpszeiten, schnell hocharbeitet. Kommt 1929 als neuer Polizeichef nach Treuburg.

 
Karl Rammoser

Dorflehrer und passionierter Schwarzbrenner. Geboren 1905 in Wielitzken, Kreis Oletzko, Ostpreußen. Besucht die dortige Dorfschule, an der sein Vater unterrichtet, später dann die Realschule in Marggrabowa. Nach dem Realschulabschluss geht Rammoser, dessen Vorfahren im 18. Jahrhundert als Glaubensflüchtlinge aus dem Salzburgischen nach Ostpreußen gekommen sind, für drei Jahre auf das Lehrerseminar in Pillkallen, unterrichtet zunächst an Dorfschulen im Raum Goldap, bevor er von seinem inwzischen pensionierten Vater die Dorflehrerstelle in Wielitzken übernimmt.

 
Artur Radlewski

Einsiedler. Geboren 1898 in Wielitzken, Kreis Oletzko, Ostpreußen, wo er mit sechs Jahren auf die Dorfschule kommt. Wird von seinem alkoholkranken Vater immer wieder geschlagen und flüchtet sich in die Welt der Bücher, in die Welt von Karl May und die der nordamerikanischen Indianer, deren naturnahe Lebensweise er bewundert. Als sein Vater eines Tages im Rausch die Mutter totzuschlagen droht, skalpiert der inzwischen fünfzehnhjährige Artur diesen bei lebendigem Leib und flieht kurz vor Kriegsausbruch in die masurischen Wälder. Der alkoholisierte Vater verblutet an seinen schlimmen Kopfwunden; die Mutter kommt zwar wieder auf die Beine, verfällt allerdings alsbald dem Alkohol und stirbt wenige Jahre nach dem Krieg, vermutlich an unreinem, schwarzgebrannten Alkohol.

 
Maria Cofalka

Bibliothekarin. Geboren 1898 in Wielitzken, Landkreis Oletzko, Ostpreußen. Geht zu Lehrer Rammoser in die dortige Dorfschule und besucht später die Mittelschule in Marggrabowa. Arbeitet in den ersten Jahren nach dem Weltkrieg zunächst als Hilfskrankenschwester im Krankenhaus Marggrabowa und übernimmt später die Leitung der Kreisbücherei Treuburg.

 
Gustav Wengler

Gutsbesitzer und Geschäftsmann. Geboren 1891 in Danzig, Westpreußen, 1908 Besuch der Landwirtschaftsschule in Wehlau, Ostpreußen. 1914 wird Wengler Inspektor des Gutes Luisenhöhe bei Marggrabowa in Masuren, wo er sehr erfolgreich arbeitet. 1920 übernimmt er zunächst die gutseigene Schnapsbrennerei und später dann das gesamte Gut, macht in den kommenden Jahren aus dem lokalen Kornbrand Luisenbrand einen bekannten Markenartikel. Wengler engagiert sich 1920 politisch im Heimatdienst Marggrabowa, der für die weitere Zugehörigkeit des Landkreises zu Preußen und Deutschland wirbt, über die in einer Volksabstimmung entschieden werden soll.

 
Achim Graf von Roddeck

Leutnant a.D., Eintänzer, Schriftsteller. Geboren 1892 auf Schloss Anholt im Münsterland. Entstammt einer alten, aber verarmten rheinischen Offiziersfamilie. Besucht zunächst die Kadettenanstalt in Bensberg, danach die Hauptkadettenanstalt in Groß-Lichterfelde. Nach dem Abitur wechselt Roddeck auf die Kriegsschule Potsdam. Als der Weltkrieg ausbricht, hat er gerade das Leutnantspatent erworben. Die Reichswehr übernimmt ihn nach Kriegsende nicht, der mittellose, aber gutaussehende Mann mit geschliffenen Manieren schlägt sich als Eintänzer durch. Bis er mit seinen 1933 veröffentlichten Kriegserinnerungen „Märzgefallene“ einen unerwarteten Erfolg auf dem Buchmarkt feiert.

 
Hannah Singer

Psychiatriepatientin. 1917 geboren kennt sie ihren Vater Heinz Singer, der im Weltkrieg beide Beine verliert, nur als verbitterten Kriegskrüppel. Nach dem Tod der Mutter rutschen Vater und Tochter in die Armut, schließen sich aus purer Not einer Bettlerbande an. Hannah hilft ihrem morphiumsüchtigen Vater beim Betteln und verkauft Streichhölzer auf der Weidendammer Brücke. Als sie in der Silvesternacht 1931 aus unerfindlichen Gründen die Bettlerbaracke am Bülowplatz anzündet, in der ihr Vater mit weiteren Bandenmitgliedern schläft und das Feuer acht Menschen sterben lässt, wird sie in die geschlossene Anstalt der Wittenauer Heilstätten eingewiesen.

 
Friedrich Thormann

Genannt „Fritze“. Obdachloser Waisenjunge. Als unehelicher Sohn der Gelegenheitsprostituierten Anna Thormann 1921 in Berlin geboren. Nach dem Tod seiner Mutter steckt das Jugendamt ihn ins Waisenhaus Rummelsburg, aus dem er aber wiederholt ausbricht. Lebt auf der Straße, schlägt sich mit Mundraub und Schnorren vor Berlins Bahnhöfen durch. Hat sich geschworen, nie wieder ins Heim zurückzukehren.

 
Friedrich Grimberg

Sprengmeister. Geboren 1888 in Odenthal, Rheinprovinz. Arbeitet nach seinem Wehrdienst als Sprengmeister in Steinbrüchen überall im Rheinland. Mit Ausbruch des Krieges kommt er mit dem 1. Garde-Reserve-Infanterie-Regiment an die Ostfront und später nach Flandern, wo er 1917 für die Operation Alberich Sprengfallen konstruiert. Wird bis zum Feldwebel befördert. Greift nach dem Krieg wieder seinen Zivilberuf als Sprengmeister auf und findet in den Kalksteinbrüchen Oetelshofen einen Arbeitsplatz auf Dauer. Grimberg heiratet 1925 und nimmt sich mit seiner Frau Käthe eine kleine Wohnung in Elberfeld. Die Ehe bleibt kinderlos.

 
Eva Heinen

Inhaberin des Rheinischen Möbelhauses. Eva Heinen, verwitwete Engel, geboren 1889 in Bonn, stammt aus katholischem rheinischen Elternhaus. Die Tochter eines Bonner Steinbruchbetreibers verliebt sich während eines Geschäftsbesuchs in den Möbelhändler Benjamin Engel. Die beiden heiraten, der Jude Engel konvertiert ihr zuliebe zum katholischen Glauben. Nachdem Benjamin Engel, Hauptmann der Reserve, nicht mehr aus dem Krieg zurückkehrt, führt sie das Möbelhaus allein weiter und kümmert sich um ihre Kinder Walther und Edith.

 
Friederike Wieking

Leiterin der Inspektion G am Alexanderplatz (Weibliche Kriminalpolizei). Geboren am 3. August 1891 in Gildehaus, Provinz Hannover, ergreift sie den Beruf der Wohlfahrtspflegerin und übernimmt nach Stationen in Hannover und Stettin 1921 die Leitung der Frauenhilfsstelle am Polizeipräsidium Berlin. Ab 1927 baut sie die Weibliche Kriminalpolizei auf und wird als Kriminalrätin verbeamtet.

 
Bernhard Weiß

Polizeivizepräsident. Geboren am 30. Juli 1880 in Berlin in einem liberalen jüdischen Elternhaus. Nach der Volksschule Besuch des Französischen Gymnasiums am Reichstagsufer, Abitur in Rudolstadt. Jurastudium in Berlin, München und Freiburg, 1904 Promotion zum Dr. iur. et rer. pol. in Würzburg. 1908 Reserveoffizier im Bayerischen Heer, 1914 Teilnahme am Weltkrieg. Ausgezeichnet mit EKI und EKII. 1918 stellvertretender Leiter der Kriminalpolizei Berlin ; 1920 Aufbau und Leitung der Politischen Polizei, 1925 Kripo-Chef, 1927 Polizeivizepräsident in Berlin. In der Propaganda der Nazis wird der Jude Weiß, einer der besten Kriminalisten im Berliner Polizeipräsidium und ein mutiger Kämpfer für die Demokratie, der gegen linke und rechte Republikfeinde gleichermaßen entschlossen vorgeht, mit dem stigmatisierend gebrauchten Vornamen „Isidor“ belegt, eine primitive Verächtlichmachung, vor der auch die Kommunisten nicht zurückschrecken.

 
Karl Friedrich Zörgiebel

Polizeipräsident. Spitzname: „Dörrzwiebel“. Zörgiebel wurde am 30. September 1878 in Mainz geboren. Nach der Volksschule Küferlehre, ab 1900 Gewerkschafter und Sozialdemokrat. Während der Novemberrevolution 1918 zweiter Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Köln, ab 1922 Polizeipräsident in Köln. Ab 1926 Polizeipräsident in Berlin. In seiner Amtszeit wurden in Berlin die ersten Verkehrsampeln eingeführt. Zörgiebel hat das rigosrose Vorgehen der Polizei gegen die Berliner Maidemonstrationen 1929 zu verantworten, den sogenannten Blutmai, bei dem 32 Menschen von der Polizei getötet wurden. Im November 1930 wird er in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger ist sein Vorgänger: Albert Grzesinski. Von den Beamten in der Burg wird Zörgiebel nicht sehr ernst genommen.

 
Albert Grzesinski

Polizeipräsident. Geboren am 28. Juli 1879 in Treptow, Pommern. Nach der Volksschule in Spandau Metalldrückerlehre, seit 1897 Gewerkschaftsfunktionär, ein Jahr später Eintritt in die SPD. Nach der Revolution 1918 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrates in Kassel. Mitarbeit in verschieden Ministerien, ab 1922 Präsident des preußischen Landespolizeiamtes, nach dessen Auflösung von Mai 1925 bis Oktober 1926 Polizeipräsident in Berlin. 1926 wird Grzesinski preußischer Innenminister, tritt aber 1930 wegen einer privaten Affäre, die die politischen Gegner gegen ihn wenden, von diesem Amt zurück. Im November 1930 wird Albert Grzesinski, nach der Verabschiedung seines Nachfolgers Zörgiebel, erneut Polizeipräsident in Berlin. Grzsesinski genießt den Respekt der Kollegen in der Burg.

 
Magnus von Levetzow

Polizeipräsident. Geboren am 8. Januar 1871 in Flensburg. Nach dem Abitur am Johanneum in Hamburg macht von Levetzow Karriere in der Kaiserlichen Marine. Nach dem Krieg, inzwischen zum Konteradmiral aufgestiegen, nimmt von Levetzow 1920 am Kapp-Putsch teil und wird daraufhin aus der Marine entlassen. 1931 bereits in die NSDAP eingetreten, wird Magnus von Levetzow am 15. Februar 1933 als Nachfolger des erst ein halbes Jahr zuvor durch Franz von Papen eingesetzten Kurt Melcher Polizeipräsident von Berlin.

 
Kirie

Bouvier-Hündin aus Belgien, reinrassig, geboren im Oktober 1929. Mehr oder weniger zufällig kommt Gereon Rath in ihren Besitz, und von da an bestimmt sie große Teile seines täglichen Lebens, mehr jedenfalls, als dem Kommissar lieb ist. Kiries Name ist hergeleitet vom Französischen la petite qui rit (die Kleine, die lacht), und tatsächlich scheint sie manchmal zu lächeln, wenn sie einen anschaut. Kiries Fähigkeiten als Polizeihund oder gar Spürhund halten sich dagegen eher in Grenzen.

 
<< Start < Zurück 1 2 Weiter > Ende >>

Seite 2 von 2